Saturday, October 30, 2004

Mono und dotgnu, Teil 3

Portable.net (sprich dotgnu) ist in einer neuen Version heraussen. Und Jubel, die GUI meines Testprogrammes erscheint einwandfrei!
(war vorher ein Problem, siehe Mono und dotgnu, Teil 2 )
Schade, dass andere Teile von portable.net noch nicht ganz so weit sind wie bei Mono, insbesondere das System.XML-Assembly - das kann nur von Dateien lesen, aber nicht per HTTP. Mono kann's, hat dafür aber andere Macken...
Aber das ist mit ein paar Zeilen leicht erledigt (statt den XmlTextReader direkt auf die URL loszulassen, schalte ich halt einen WebClient dazwischen...)
und siehe da - das Programm funktioniert! Es gibt zwar noch ein paar kosmetische Problemchen,
aber im wesentlichen tut es was es soll - wer hätte das gedacht?

Sunday, October 17, 2004

Das gewisse Kribbeln... und die Wanzenjagd danach

Wer mich kennt, ist wohl kaum überrascht, wenn ich hier bekenne: Am Wochenende freue ich mich schon auf den Montag, wenn ich endlich wieder in die Arbeit gehen kann. Das war auch dieses Wochenende nicht anders, mit einem Unterschied: Seit unserem Urlaub ist unser Familienleben wieder viel entspannter, sodass mich diesmal nicht Frau&Kinder ins Büro trieben. Nein, die Arbeit an meinem momentanen Projekt (ein Mittelding zwischen Browser und Maskengenerator) ist es, auf die ich mich freue. Hoffentlich liest meine Frau dieses Blog nicht: Ich gestehe, ich bin schwach geworden. Ich habe mich in der Nacht ein wenig an den Computer gesetzt und weiterprogrammiert, da ich es einfach nicht mehr erwarten konnte, meine Ideen umzusetzen und auszuprobieren. Für letzteres habe ich erstmal den kdbg (KDE-Frontend für den Gnu-Debugger) herangezogen, da das fertige Programm als erstes gleich mal abstürzte und ich den wunderschönen Sourcecode nicht mit dutzenden fprintf's verunstalten wollte. Und obwohl es das erste Mal war, dass ich mit diesem Debugger gearbeitet habe, bin ich doch sehr mit den Ergebnissen zufrieden. Ein prima Ding; wenn man prinzipiell weiss, wofür ein Debugger da ist, beträgt die Einarbeitungszeit vielleicht 10 Minuten.

Monday, October 11, 2004

Warum man keinen Computer kaufen und nicht auf Linux umsteigen sollte

Sie kennen das doch sicher: Sie wollen einen neuen PC kaufen, vergleichen die Angebote, entscheiden sich für ein Modell - und dann kommt irgendetwas dazwischen. Zeitmangel, Geldmangel. Zwei Monate später wollen Sie den Faden wieder aufnehmen - aber ihr Traumcomputer ist inzwischen deutlich billiger geworden, um's gleiche Geld gibt's schon viel bessere Geräte. Da stellt sich doch gleich die Frage: Jetzt zuschlagen oder nochmals zwei Monate warten, denn dann ist die gleiche Leistung nochmals billiger geworden bzw. mehr Leistung ums gleiche Geld zu haben...? Resultat: Nach 3 Jahren verwenden Sie weiterhin ihren alten Pentium III/750 und grübeln, ob Sie jetzt einen Athlon XP, in 3 Monaten einen Athlon 64 oder kurz darauf einen der neuen Pentium-M-abgeleiteten Flüsterdesktops kaufen sollen?

Nicht anders ist es bei den Linux-Distros. Geld spielt hier zwar keine grosse Rolle, aber der Aufwand des Einrichtens (nicht die Basisinstallation in 30 Minuten, sondern bis wirklich alles auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist) ist natürlich relevant. Jetzt Distro x.y installieren oder in ein paar Monaten x.(y+1)? Sind die Unterschiede relevant? Ja, sie sind es. Was heute fehlt, ist morgen ein hoffnungsvoller Ansatz. Was heute ein hoffnungsvoller Ansatz ist, ist morgen eine "durchaus stabile" Beta. Was heute eine "durchaus stabile" Beta ist, ist morgen ein ausgereiftes Produkt. Hier sind Windows-Benutzer eindeutig im Vorteil. Seit 3 Jahren Windows XP und das wird sich wohl auch noch mindestens 2 Jahre so hinziehen (ServicePacks mal ausser acht gelassen). Worauf soll man warten? Auf Longhorn? Wenn Windows-Benutzer so lange im Voraus denken würden, dann würden sie doch gar nicht ... ach lassen wir das.

Tuesday, October 05, 2004

Handeln vs. der grosse Plan

Die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "brand eins" widmet sich der Sinnlosigkeit bzw. Schädlichkeit des übertriebenen Planens - Planen als Ersatzbefriedigung statt des Handelns,
Planen als Wunschdenken, der Große Plan als Käfig. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre fernab von Bits und Bytes, bei der sich der Vergleich mit "Die Kathedrale und der Bazar" aufdrängt. Ein Zitat aus "brand eins":

Die Vielfalt des Marktes ist im Gegensatz zur Einfalt des Plans ein Prinzip, dem sich die heute so oft und gern beschworene Batur bedient: Die Evolution ist der lebende Beweis für die Richtigkeit, dass sehr komplexe Systeme nur durch viele komplexe Aktionen stabil gehalten werden. Je komplizierter also alles scheint, desto mehr Lösungsmöglichkeiten entstehen. Was passiert, fragt Brandmeyer, wenn man in der Landwirtschaft immer nur eine Sorte anbaut? Eine Monokultur. Das geht nicht lange gut. "Vielfalt sichert den Fortbestand."

Na, ist das nicht Musik in den Ohren der OpenSource-Fans? Wenn das nächste Mal jemand das Fehlen einer Roadmap bei OpenSource kritisiert, findet man hier die passenden Antworten.

Zwei Wochen ohne Linux

Die letzten zwei Wochen waren eine harte Zeit für mich. Kein Computer, kein Linux, kein Internet, fast keine Kundenanrufe. Glücklicherweise konnten Sonne, Sandstrand und griechisches Bier die Entzugserscheinungen etwas mildern. Ein kritischer Momement war, als die Musikanlage der Animation einen Wackelkontakt hatte. Der Geek in mir wollte sofort den Schraubenzieher auspacken und der Sache auf den Grund gehen. Nun, da diese Abstinenz vorbei ist, gilt wieder die Redensart von Bernd dem Brot: Alles ist wie immer, nur schlimmer.