Friday, March 23, 2007

Intel Blues, Mandriva 2007, AHCI

Endlich ein neuer PC, wurde auch schon Zeit, den alten Duron 1100 endlich in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken. Leider habe ich bei der Hardware-Auswahl nicht aufgepasst (wer erwartet im Jahr 2007 noch HW-Kompatibilitäts-Probleme mit Linux?) und mir einen Rechner mit Intel DG965SSCK Motherboard zugelegt. Das macht unter Linux so seine Mucken, insbesondere ist es gar nicht so einfach, das Zeug dazu zu bewegen, dass Linux das DVD-Laufwerk findet. Bei allen Live-Distros das gleiche Bild: Nach dem Booten des Kernels ist das DVD-Laufwerk nimmer zu finden.
Das macht natürlich die Installation von Linux etwas spannend...
Aus dieser unangenehmen Situation heraus machte Mandriva2007 das Rennen. Denn bei dieser Distro kann man in solchen Fällen auch die ISOs auf der Windows-Partition ablegen und dann (nach dem Booten von CD) die Installation von dort durchführen. "Zufällig" gibt's auf dem PC auch einen Windows-Installation.
Die so durchgeführte Installation verlief, bis auf ein paar unnötige Problemchen mit der deutschen Lokaliserung, ganz glatt; und das neu installierte System funktionierte auch einwandfrei, aber halt immer noch ohne Zugriff auf das DVD-Laufwerk.
Mittlerweile habe ich im Internet auch dafür die Lösung gefunden:
Im BIOS auf von IDE auf AHCI umstellen, den Kernel mit den Parametern all-generic-ide pci=nommconf booten. Hat nur einen unangenehmen Nebeneffekt: Mit dieser BIOS-Einstellung kann WindowsXP nicht mehr booten, es gibt von Intel keinen AHCI-Treiber für dieses Chipset...

Tuesday, June 06, 2006

AntiPatterns

Ein paar neue Bücher haben sich auf mein Bücherregal verirrt; eines davon ist "AntiPatterns - Entwurfsfehler erkennen und vermeiden", erschienen im mitp Verlag. Darin geht es um häufig auftretende Muster in Softwareentwicklungsprozessen, die negative Auswirkungen haben; z.B. "Spagetticode" und "Vendor Lock".
Wer sich bei diesem Buch eine lockere, humorvolle, leicht zynische Abhandlung dieses Themas erhofft, wird enttäuscht - das ist trockener und für meinen Geschmack langatmig vorgebrachter Stoff, der überdies zu Wiederholungen neigt (AntiPattern "Cut-and-Paste", was genau genommen eine falsche Bezeichnung ist - richtig wäre "Copy-and-Paste"). Und dass bei einem grossen Teil der AntiPatterns CORBA und/oder IDL als Lösung vorgeschlagen werden, erinnert an das AntiPattern "Goldener Hammer".
Empfehlenswert? Eingeschränkt für solche Leser, die tatsächlich mit dem Management von Softwareentwicklungsprozessen betraut sind und Probleme zu lösen haben.

Wednesday, May 03, 2006

Slickedit 11

Endlich da, die neue Version von Slickedit. War schon immer ein geiler Editor, folgende Neuerungen springen ins Auge:

  • besserer Font-Support (schaut nicht mehr so grindig aus)

  • intelligentes Auto-complete-Feature


Das letztgenannte Feature ist insbesondere für PL/SQL-Programmierung nützlich, wo es kein "richtiges" (kontextbezogenes) Autocomplete gibt. Es arbeitet intern mit einer Liste der vorkommenden Wörter und schlägt nach der Eingabe von ein paar Buchstaben die passenden Wörter vor. Das ist in etwa vergleichbar mit dem entsprechenden Feature von OpenOffice Writer und nützlicher, als man zunächst glauben würde. Nehmen wir z.B. an, man hat folgendes Statement zu schreiben:

select hallo, welt into :v_hallo, :v_welt from hallo_welt;

Hier könnte nicht mal die schlaueste kontextbezogene Auto-Vervollständigung nach der Eingabe von "select" erraten, dass als nächstes "hallo" kommt. Wenn aber im gleichen Package schon mal "hallo" vorgekommen ist, dann wird es vorgeschlagen. Gleiches gilt für so gut wie alle Wörter im angegebenen Statement! Für mich ein Grund mehr, weiterhin im Wesentlichen auf Slickedit zu setzen, trotz SQLDeveloper & Co.

Sunday, March 26, 2006

SQLDeveloper

Von Oracle gibt's endlich die Version 1.0 von SQLDeveloper, Codename Raptor. Ein sehr gutes Werkzeug zum Durchstöbern und Bearbeiten von Oracle-Datenbanken, insbesondere zum Erstellen und Debuggen von PL/SQL-Code; der einzige Minuspunkt ist, dass nur Oracle-Versionen ab 9.2 unterstützt werden. Für Linuxer aber eine prima Ergänzung zu den bisherigen verfügbaren Programmen, nämlich TOra und Aqua Data Studio. Dass es ausserdem kostenlos ist, stört überhaupt nicht ;-)

Saturday, March 11, 2006

Die Nächte von Niewinter

Beim Billa gibt's ja auch Software zu kaufen, und neulich fand sich dort das Rollenspiel Neverwinter Nights. Das ist zwar schon einige Jahre alt, aber gut und ausserdem gibt's einen nativen Linux-Client dafür. Da ich in letzter Zeit sowieso Lust verspürte, wieder einmal ein deratiges Spiel zu spielen, war die Entscheidung leicht. Auf der Downloadseite für den Linux-Client finden sich einige Dateien, die zusammen das ganze Spiel ausmachen. Der Grund: Die Installationsdateien auf der CD lassen sich nur unter Windows auspacken, für eine Installation von CD braucht man also eine Windows-Installation, auch wenn man unter Linux spielen will. Also mal schnell die 1,4 GB für die Vollversion (braucht nur noch einen CD-Key) runtergesaugt und - geht nicht. Die Archive lassen sich nicht auspacken. Grrr... dann gehe ich also doch den Umweg über Windows. Dort funktioniert das Spiel natürlich (und verlangt überraschenderweise gar nicht, dass die CD im Laufwerk liegt - das hasse ich nämlich an den meisten Windows-Spielen). Nach einer Installation in /opt/games/ funktioniert das Spiel nicht. Nach dem Start eines neuen Spieles generiert man die Spielfigur und dann - schwarzer Bildschirm. Ärgerlich, sehr ärgerlich. So geht's richtig: im Heimverzeichnis im Unterverzeichnis nwn installieren, also bei mir z.B. /home/erich/nwn. Dann klappts auch, und es ist eigentlich immer noch ein sehr nettes Spiel, das unter Linux nur wenig Konkurrenz hat. (Nethack ist halt nicht das gleiche ;-) Ach ja: Hier gibt's ein inoffizielles CD-Installationsscript für Linux, habe ich aber nicht ausprobiert.

Saturday, January 28, 2006

Wie man die bessere Hälfte zu einer Linux-Userin erzieht

Meine Gattin hat seit einigen Monaten einen eigenen Notebook, und darauf sind sowohl Linux (Kubuntu) als auch Windows installiert. Letzteres auf ausdrücklichen Wunsch meiner Gattin, ersteres, weil Sie es nicht verhindern konnte ;-)
Normalerweise würde man in so einem Fall erwarten, dass sich bei einem Computer-Unkundigen sehr schnell die Routine einspielt, dass nur noch Windows gebooted wird und Linux nur solange auf der Platte verstaubt, bis der Speicherplatz benötigt wird.
Doch dies ist bei uns nicht eingetreten... Hier sind die Motivationsfaktoren:

Linux bootet per default
Das allein wäre nur eine schwache Motivation bzw. müsste ich es bald ändern, wäre es die einzige Motivation; aber es hilft, die unbewussten Entscheidungen in die richtigen Bahnen zu lenken.

Linux sieht halbwegs wie Windows aus
Einfach ein normaler KDE mit Plastik-Theme. Mag sein, dass Gnome oder XFCE ihre Vorteile haben, aber in diesem Fall will ich niemandem zum Umgewöhnen zwingen - wir wissen, wie dieser Konflikt ausginge.

Windows sieht nicht wie Windows aus
Liebe Leute von Microsoft, vielen Dank für Luna - ich brauche das nur zu lassen, wie es ist, und schon fühlt sich mein Versuchskaninchen, das noch Windows 95 kennt, nicht mehr "daheim". Zugegeben, der böse dreinblickende grosse Pinguin, den ich als Hintergrundbild unter Windows eingerichtet habe, geht auf meine Kappe.

Unter Linux meldet sich das System automatisch an, unter Windows kommt ein Anmeldebildschirm
Ein Klick weniger. (Passwörter sind für Paranoide) Ja, ich bin fies ;-)

Unter Linux hat Firefox ein polnisches Nachrichtenportal als Startseite, unter Windows die Defaultseite
Für meine aus Polen stammende Gattin ist das Portal natürlich meist interessanter als die Google-Suchmaske. Unglaublich, mit welch einfachen Tricks man Leute beeinflussen kann. Manchmal habe ich den Eindruck, meine bessere Hälfte glaubt, dass man an den polnischen Teil des Internets nur von Linux aus rankommt.

Linux ist auf Polnisch eingestellt, Windows auf Deutsch
Sorry, ich habe nun mal kein polnisches Windows XP bei der Hand, während Linux von Haus aus mehrsprachig ist. Keine böse Absicht }:->

Unter Linux gibt's im Firefox einen Bookmark auf Google Mail, unter Windows nicht
Wenn meine Frau das erzählt, klingt es für mich immer so: "Mail funktioniert nur unter Linux" - obwohl ich ihr schon etliche Male erklärt habe, dass es natürlich nicht so ist, dass man von jedem Computer (und natürlich auch Betriebssystem) aus an Google Mail rankommt. Aber trotzem rebootet sie die Maschine lieber, als den Firefox unter Windows zu benutzen.

Für mich liefert das hier beobachtete Verhalten eine schlüssige Erklärung, warum soviele Leute bei Windows bleiben, selbst wenn sie eigentlich leicht zum relativ sicheren, billigeren Linux wechseln könnten: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und man sollte als Computer-Vollprofi nicht die Beharrlichkeit der Leute unterschätzen, die ihre Icons immer am gleichen Fleck haben wollen.

Wednesday, January 18, 2006

Netbeans 4.1

Wieder einmal sind ein paar Servlets zu erstellen; zur Abwechslung habe ich diesmal das freie Netbeans 4.1 runtergeladen und verwendet, statt wie gewohnt zu Eclipse zu greifen. Keine schlechte Wahl, muss ich sagen; ich gehöre bekanntlich nicht zu den Leuten, die freiwillig mehr als 5 Minuten in Readmes, Tutorials u.ä. investieren. Aber bei Netbeans war das auch nicht notwendig, das Zeug funktioniert wie erwartet. Netbeans ist für die Servlet-Programmierung deshalb so prima geeignet, weil es entsprechende Templates bereithält, Apache Tomcat integriert hat und auch u.a. Tools anbietet, um web.xml für die Servlets komfortabel einzurichten. Und das alles, ohne Plugins zu installieren oder so; einfach loslegen und funzt. Die einzige notwendige Anpassung war, Firefox statt des (nicht vorhandenen) Mozillas als Browser (zum Test der Servlets) einzutragen.
Fazit: eine erfrischende Alternative zu Eclipse