Der Flachbettscanner.
Manchmal wünsche ich mir, die Hardware-Unterstützung von Linux wäre noch nicht so vollständig. Zum Beispiel heute, als mir meine Nichte ein dickes Fotoalbum in die Hand drückte, mit dem Auftrag, all die Fotos einzuscannen. Nun ist es so, dass der Flachbettscanner (Canon FB620P) schon lange herumsteht und verstaubt. Früher einmal hatte ich ihn schon unter Linux zum Laufen gebracht, aber dazwischen habe ich schon längst eine neue Distro auf den Rechner geknallt, also heisst es: Von vorne einrichten. Auf dem Rechner läuft Mandrake 9.1. Also werfe ich mal das "Kontrollzentrum" an, wähle "Hardware" und siehe, da, es gibt einen eigen Punkt "Scannerdrake", mit dem man Scanner einrichten kann. Natürlich findet das System den Scanner nicht automatisch (das geht bei Parallelportscannern nicht), aber im Punkt "manuelle Auwahl" findet sich mein Gerät. Also auswählen, "OK" und schon verspricht das Programm, dass man ab jetzt mit "Xsane" scannen könnte. Denkste. Xsane findet den Scanner nicht. Vom letzten Mal habe ich noch in Erinnerung, dass man bei meinem Gerät den saned (Sane-Dämon) braucht, der mit root-Rechten auf den Parallelport zugreifen darf, und xsane über einen Netzwerkport mit dem Dämon kommuniziert. Also mal sehen, was der Scannerdrake so eingerichtet hat... Sieht ganz gut aus, nur blöderweise ist /dev/parport0 (die Gerätedatei für den Parallelport) nicht vorhanden. 30 Minuten Google, einmal Knoppix-Booten und einmal "mknod parport0 c 99 0" (hätte das ein Otto Normaluser auch erraten?) später ist die Gerätedatei da, und siehe da, wundersamerweise funzt auch xsane (halbwegs). Hat zwar noch Macken, aber es geht. Ab und zu mal den Scanner neu starten (Stecker raus-rein) und notfalls den Rechner rebooten... Und jetzt scanne ich gerade Bild 31 von 150.


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